Was sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall?

Risikofaktoren können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  1. Alter und Vererbung
  2. Veränderbare Faktoren: Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Rauchen, Alkohol, erhöhte Blutfette, Zuckererkrankung (Diabetes), Übergewicht, Bewegungsmangel.

Während Ihres Aufenthaltes in der Klink nach einem Schlaganfall werden alle Risikofaktoren untersucht und ggf. zielgerichtet behandelt.

Was kann ich selbst tun, um mein Risiko für einen neuen Schlaganfall zu senken?

Jeder Patient hat die Möglichkeit, über die Behandlung von veränderbaren Risikofaktoren sein Schlaganfallrisiko zu minimieren:

  1. Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck. Der Blutdruck sollte nicht über 140/90 mmHg liegen.
  2. Finden Sie heraus, ob Sie an einem Vorhofflimmern leiden. Ein Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, die mit einem hohen Risiko für einen Schlaganfall einhergeht. Ein unregelmäßiges Schlagen des Herzens kann ein derartiges Vorhofflimmern anzeigen. Wichtig ist zu wissen, dass ein Vorhofflimmern nicht dauerhaft bestehen muss, sondern auch nur vorrübergehend, jedoch wiederkehrend auftreten kann. Das heißt, eine EKG-Kontrolle bei Ihrem Hausarzt kann noch einen normalen Herzschlag anzeigen, Stunden später kann sich aber ein Vorhofflimmern ausbilden. Sollten Sie daher wiederkehrend einen unregelmäßigen Herzschlag verspüren, fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er ein so genanntes Langzeit-EKG (Herzschlagmessung über 24 Stunden) durchführen möchte.
  3. Verzichten Sie auf Tabakkonsum.
  4. Trinken Sie Alkohol nur in Maßen und selten.
  5. Lassen Sie Ihren Blutfettspiegel überprüfen. Bedeutsam ist hier das so genannte „böse“ Cholesterin, das LDL. Nach einem erlittenen Schlaganfall sollte dieser Wert unter 100 mg/dl liegen. Sollte er höher nachweisbar sein, ist eine Behandlung mit Medikamenten zur Senkung des Blutfettspiegels notwendig.
  6. Lassen Sie sich regelmäßig auf einen Diabetes untersuchen.
  7. Bewegen Sie sich regelmäßig. Das Risiko für einen Schlaganfall wird durch ein regelmäßiges leichtes Herz-/Kreislauftraining vermindert. Hierzu sollten Sie 3-mal pro Woche für ca. 30 Minuten z.B. Spazieren gehen, Fahrrad fahren oder Schwimmen.
  8. Reduzieren Sie Salz und tierische Fette in Ihrer Nahrung. Durch eine bewusste Ernährung können durch Salzeinsparung der Blutdruck und durch fettärmere Ernährung die Blutfettwerte gesenkt werden, sodass zum Teil eine medikamentöse Behandlung nicht mehr notwendig ist. Vermeiden Sie Übergewicht.

Um Ihr Schlaganfallrisiko zu bestimmen und um bestehende Risikofaktoren zu minimieren, sprechen Sie Ihren Hausarzt an.

Welche Untersuchungen werden nach einem Schlaganfall durchgeführt?

Ziel der Untersuchungen ist es, die Ursachen des Schlaganfalls herauszufinden. Zum Nachweis eines Schlaganfalls ist eine Computertomographie (Röntgenuntersuchung des Gehirns) und ggf. eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, Magnetfelduntersuchung des Gehirns) notwendig. Hierdurch werden der Ort und das Ausmaß des Schlaganfalls sichtbar gemacht. Ultraschalluntersuchungen (Doppler- und farbkodierte Duplex-Sonographie) dienen der Untersuchung der hirnversorgenden Blutgefäße, um ggf. Halsschlagader-Verengungen feststellen zu können. Zum Ausschluss einer Blutgerinnsel-Bildung im Bereich des Herzens wird ein EKG, ein Langzeit-EKG über 24 Stunden und eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens durchgeführt. Ob die Ultraschall-Untersuchung des Herzens von außen (transthorakal = TTE) oder – wie bei einer Magenspiegelung – über die Speiseröhre (transösophageal = TEE) erfolgen muss, wird Ihr behandelnder Arzt entscheiden. Zusätzlich werden verschiedene Blutuntersuchungen hinsichtlich der bestehenden Risikofaktoren erfolgen.

Was kann ich nach einem Schlaganfall tun?

Wichtig ist, dass Sie als Betroffener die zumeist medikamentöse Behandlung unter ärztlicher Kontrolle fortführen und notwendige Nachuntersuchungen wahrnehmen. Hierzu gehört neben der Einnahme von Medikamenten, die den Schlaganfall direkt verhindern sollen (z.B. ASS, Clopidogrel, Marcumar®, Aggrenox®, Xarelto®, Pradaxa®, Eliquis®) die ggf. notwendige medikamentöse Behandlung der Risikofaktoren.

Weiterhin sollten Sie körperlich aktiv bleiben und auf Tabak verzichten sowie Alkohol nur gelegentlich und in geringen Mengen konsumieren. Achten Sie ebenfalls auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung und vermeiden Sie Übergewicht.

Eine regelmäßige Kontrolle der Risikofaktoren und Ihrer allgemeinen körperlichen Gesundheit sollte durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt erfolgen. Sollten noch Ausfallserscheinungen durch den Schlaganfall fortbestehen, wird darüber auch eine Weiterverordnung von Krankengymnastik, Ergotherapie (Bewegungstherapie) und ggf. Logopädie (Sprachtherapie) erfolgen.

Wie geht es nach einem Schlaganfall weiter?

Zunächst werden Sie auf der Schlaganfall-Spezialstation behandelt und bei Stabilisierung Ihres gesundheitlichen Zustandes auf die Normalstation verlegt. In Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse wird man bei Ihnen eine Schlaganfallursache feststellen und diese gezielt behandeln. Dies kann eine medikamentöse Behandlung sein (Blutverdünnung durch Tabletten) oder aber auch eine Operation (TEA) oder Gefäßprotheseneinlage (STENT) beim Nachweis einer Halsschlagader-Verengung sein.

Zusätzlich beginnt bereits auf der Schlaganfallspezialstation eine erste Rehabilitationsbehandlung durch ein Team aus Physiotherapeuten (Krankengymnastik), Ergotherapeuten (Bewegungstherapeut) und Logopäden (Sprachtherapeut) in Zusammenarbeit mit dem Pflege- sowie ärztlichen Personal. Diese Behandlung wird auch auf der Normalstation fortgesetzt solange bei Ihnen zu behandelnde Ausfallerscheinungen erkennbar sind. Im weiteren Behandlungsverlauf wird entschieden, ob Sie nach einem stattgehabten Schlaganfall direkt wieder nach Hause entlassen werden können, oder noch eine weitere Rehabilitationsbehandlung benötigen. Diese kann unter Umständen ambulant, muss aber zumeist stationär in einer Rehabilitationsklinik durchgeführt werden. Hierzu wird Sie unser Sozialdienst beraten und eine Rehabilitationsbehandlung beantragen. Eine Verlegung in diese Klinik erfolgt dann direkt aus unserer stationären Behandlung.

Sollten sich durch Ihren Schlaganfall Veränderungen des Alltagslebens (z.B. Notwendigkeit der Unterstützung im Lebensalltag) ergeben, werden Sie durch das Behandlungsteam der jeweiligen Rehabilitationsklinik beraten und in der Planung unterstützt.