Hirnblutungen

1. Was ist eine Hirnblutung?

Bei einer Hirnblutung kommt es zu Austritt von Blut aus einem Blutgefäß in einen Raum innerhalb des Schädels, bzw. in das Hirngewebe hinein. Verschiedene krankhafte Ursachen können dabei einer Hirnblutung zu Grunde liegen. Hirnblutungen treten gehäuft im höheren Lebensalter auf, können jedoch ebenfalls wie ischämische Schlaganfälle auch seltener junge Menschen betreffen. Hirnblutungen sind schwere Erkrankungen.

2. Welche Arten von Hirnblutungen gibt es?

Das austretende Blut kann in verschiedene Räume innerhalb des Schädels austreten und sich dort künstlich Platz verschaffen (das Blut wirkt "raumfordernd"). Dabei kann es zwischen Schädel und Hirnhäute, zwischen die Schichten der einzelnen Hirnhäute oder aber in das Gehirn selbst eintreten. Bei Verdacht auf eine Hirnblutung muss eine sofortige Krankenhauseinweisung zur weiteren Abklärung erfolgen, da im Falle einer Hirnblutung eine Behandlung auf einer Überwachungs- oder Schlaganfallspezialstation erfolgen sollte, um durch gezielte Behandlungsmaßnahmen eine weitere Schädigung des Gehirnes zu vermindern oder zu verhindern.

Folgende Hirnblutungen werden unterschieden:

Intrazerebrale Blutung

Dies ist die Hirnblutung im eigentlichen Sinne. Blut tritt aus hirnversorgenden Schlagadern aus und verschafft sich künstlich Raum innerhalb des Hirngewebes. Hirngewebe wird hierdurch verdrängt und somit geschädigt. Das betroffene Hirngewebe kann seiner Funktion nicht mehr nachkommen. Es können die gleichen Symptome wie bei einem Schlaganfall entstehen, daher sind Hirnblutungen und Schlaganfälle ohne spezielle Untersuchungen zur Darstellung des Gehirnes nicht zu unterscheiden. (Vgl. Symptome unter Schlaganfall erkennen).

Subarachnoidalblutung

Eine Subarachnoidalblutung (Abk. SAB) beschreibt einen Blutaustritt aus den Gefäßen in einen Raum zwischen dem Hirngewebe und den Hirnhäuten. Die größeren hirnversorgenden Gefäße treten alle in ihrem Verlauf zum Hirngewebe durch diesen Raum. Kommt es durch Platzen eines Hirngefäßes, z.B. infolge einer krankhaften Aussackung ("Aneurysma"), oder aber durch Zerreißung eines Hirngefäßes infolge eines Traumas zu Blutaustritt in diesen Raum, so kann sich das Blut im sogenannten Subarachnoidalraum verteilen. Dieser Raum ist üblicherweise mit Nervenwasser gefüllt, welches das Gehirn umspült. Blut, dass in diesen Raum austritt bedrängt das Hirngewebe nicht unmittelbar, es stellt jedoch für die umliegenden Gefäße einen starken Reiz dar, die Gefäße können sich in der Folge selbsttätig zusammenziehen. Das Zusammenziehen der hirnversorgenden Gefäße ("Vasospasmen") kann seinerseits zu gefährlichen Schlaganfällen führen und damit eine weitere Hirnschädigung von anfangs nicht betroffenem Hirngewebe nach sich ziehen. Eine entsprechende Überwachung der Funktion der Hirngefäße auf einer neurologischen oder neurochirurgischen Station ist daher erforderlich.

Daneben werden weiterhin unterschieden die Subduralblutung und die Epiduralblutung. Beide sind häufiger traumatisch bedingt.

3. Welche Ursachen haben Hirnblutungen?

Hirnblutungen entstehen häufig auf dem Boden eines Bluthochdruckes. Durch Blutdruckspitzen und krisenhafte Blutdruckentgleisungen steigt das Risiko, eine Hirnblutung zu erleiden. Doch auch andere Ursachen können zugrunde liegen. Ursachen für Hirnblutungen können sein:

  • Bluthochdruck
  • Angeborene oder erworbene Missbildungen von Gefäßen, z.B. sogenannte "Arteriovenöse Malformationen", "venöse Anomalien" oder "Kavernome" 
  • Schädigung der kleinsten Hirngefäße durch krankhafte Veränderungen, z.B. "Zerebrale Amyloidangiopathie".
  • Thrombosen von Hirnvenen
  • Einnahme von Gerinnungshemmern
  • Metastasen

4. Wie werden Hirnblutungen behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Ausprägung der Hirnblutung. Folgende Behandlungsmethoden kommen dabei zur Anwendung:

  • Chirurgisch-operative Versorgung: Eine Operation kommt zur Anwedung zum Beispiel bei großen raumfordernden Blutungen, um eine weitere Ausdehnung der Blutung zu verhindern. Auch ein Ausschalten der Blutungsquelle, vor allem das Verschließen eines Hirnaneurysma durch eine offene Operation (sog. "Clipping") kommt zur Anwendung.
  • Katheter-Behandlung: Mithilfe eines Gefäßkatheters, ähnlich eines Herzkatheters, kann das blutende Gefäß ggf. verschlossen werden. Auch diese Behandlung kommt beim Hirnaneurysma zur Anwendung (sog. "Coiling", da Spiralen zum Verschluss mithilfe des Katheters in die Gefäßaussackung eingebracht werden).
  • "Konservative", d.h. Behandlung ohne Operation oder Katheterbehandlung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Überwachung, z.B. um eine Vergrößerung der Blutung frühzeitig zu erkennen. Desweiteren erfolgen speziell angepasste Behandlungen von Blutdruck, Blutzucker und Blutgerinnung.